Heute geöffnet 10:00–23:00

Opening Lecture: Roger Ballen – roger ballen.! drawing meets photography

Die Entwicklung des „Ballenesque“

B/W artwork of a wolf like creature with a human head in his mouth
Chomp, 2010, from the series The Theater of Apparitions © Roger Ballen

Anlässlich der Eröffnung der Ausstellung roger ballen.! drawing meets photography entführt uns Roger Ballen in das unverwechselbare visuelle Universum, das er über Jahrzehnte hinweg entwickelt hat. Der Vortrag beleuchtet Roger Ballens eigene Ästhetik, das „Ballenesque“, sowie die Ideen, Symbole und unterbewusste Impulse, die seine Arbeit prägen.

Indem er die Grenzen zwischen Fotografie, Zeichnung, Malerei und Installation verwischt, verwandelt er in seinem Schaffen das fotografische Bild in einen Raum, in dem sich Realität, Vorstellungskraft und Unterbewusstsein überlagern. Anhand ausgewählter Werke und Einblicke in seinen künstlerischen Schaffensprozess zeigt er, wie das Zeichnen zu einem integralen Bestandteil seines fotografischen Universums wurde und er die Fotografie über das rein Beobachtende hinaus zu etwas Konstruiertem, Vielschichtigem und zutiefst Psychologischem erweitert.

Im Anschluss an den Vortrag findet ein Q&A mit Roger Ballen statt, gefolgt von einer Signierstunde.

Die Lecture findet auf Englisch statt.

ÜBER DEN KÜNSTLER

Roger Ballen wurde 1950 in New York geboren. Nachdem er Anfang der 1980er-Jahre nach Südafrika kam, begann er während ausgedehnter Reisen zu fotografieren und richtete seinen Blick später auf die Orte und Menschen, denen er im ländlichen Südafrika begegnete. Nach und nach traten Straßenszenen in den Hintergrund, während häusliche Innenräume zunehmend in den Fokus rückten. Wände, Gegenstände, Drähte und grafische Markierungen wurden dabei zu immer wichtigeren Bestandteilen seiner Fotografien. In den 1990er-Jahren prägte er den Begriff „dokumentarische Fiktion“, um eine Bildsprache zu beschreiben, die zwischen Dokumentation und Inszenierung oszilliert.

Nach der Jahrtausendwende wurden seine Fotografien zunehmend komplexer und psychologischer. Menschliche Figuren teilten sich den Bildraum nun mit Tieren, Zeichnungen, Objekten und Fragmenten des Körpers. Im Laufe der Jahre erweiterte Roger Ballen sein künstlerisches Spektrum und arbeitete verstärkt mit Zeichnung, Malerei, Skulptur, Installation und Fotografie. Menschliche Figuren wichen dabei zunehmend Puppenteilen, Masken, Objekten, Zeichnungen und Tieren.

Auch dem Film wandte sich Roger Ballen zu. 2012 realisierte er das Musikvideo I Fink You Freeky für die südafrikanische Band Die Antwoord. Seine Werke befinden sich heute in öffentlichen Sammlungen weltweit, darunter das Museum of Modern Art in New York, das Centre Pompidou in Paris, das Victoria and Albert Museum in London sowie das Stedelijk Museum in Amsterdam.